Trauer um ein Kind

Ein Kind zu verlieren ist für Eltern das Schlimmste, was es gibt. Der Ökumenische Gedenkgottesdienst, der alljährlich im Paul-Gerhardt-Gemeindezentrum im Stuttgarter Westen stattfindet, bietet Raum für diese Trauer, aber auch ein Gedenken an glücklichere Tage. Eltern, Familien, Freunde, Verwandte und Bekannte sind herzlich dazu eingeladen.

6 Fragen an Pfarrerin Simone Straub...

© Simone Straub

Pfarrerin Simone Straub lädt zum Gedenkgottesdienst ein

Der alljährliche Gedenkgottesdienst, den das Klinikum Stuttgart / Olgahospital veranstaltet, findet in diesem Jahr am Samstag, 17. März 2018 um 15 Uhr statt. Pfarrerin Simone Straub von der Evangelischen Seelsorge im Olgahospital gehört mit zum Organisationsteam und möchte zu diesem besonderen Gottesdienst herzlich einladen.

RED: Frau Straub, der alljährliche Gedenkgottesdienst für Menschen, die um ein Kind trauern, steht an. An wen richtet sich dieser Gottesdienst im engeren Sinne?

STR: Der Gottesdienst richtet sich an Eltern, Großeltern, Geschwister, Freunde und Verwandte.
 
RED: Wer sind denn die Organisatoren des Gottesdienstes?

STR: Veranstalter des Gottesdienstes ist das Klinikum Stuttgart/Olgahospital. Im Vorbereitungsteam für den Gottesdienst sitzen evangelische und katholische Seelsorgende aus dem Olgahospital, Mitarbeiterinnen der ambulanten Kinderhospizdienste Stuttgarts, eine Kinderärztin i.R. und Mitarbeitende aus der Kinderklinik.
 
RED: Der Verlust eines Kindes ist für viele Eltern und Familien unerträglich. Wie gehen Sie mit dieser Trauer im Gottesdienst um?

STR: Mit der Feier dieses Gottesdienstes geben wir der Trauer der Angehörigen einen Raum. Wir versuchen einen Ort zu schaffen, in dem in geschützter Atmosphäre unter Gleichgesinnten geweint, gelacht und getrauert werden kann. Die Teilnehmenden stehen an ganz unterschiedlichen Stellen ihres Trauerweges und doch verbindet sie alle die Trauer um ein Kind. 
 
RED: So ein Gottesdienst berührt - Gedanken kreisen - Gesprächsbedarf entsteht… Wie fangen Sie das im bzw. nach dem Gottesdienst auf?

STR: Im Gottesdienst sind viele Menschen sehr berührt. Besonders eindrücklich ist der Moment, wenn alle Anwesenden den Namen ihres Kindes gestalten und zu brennenden Kerzen im Gottesdienstraum stellen. Auch die musikalische Gestaltung der Feier und die Gestaltung des Raumes nimmt neben den gesprochenen Worten eine wichtige Funktion ein. Wer das erste Mal zu solch einem Gottesdienst kommt, kommt oft voller Schmerz und braucht Mut, den Schritt zu machen, um zu kommen. Es ist schön zu hören, dass Menschen die gemeinsame Feier als tröstlich empfunden haben.
 
RED: Wo Schatten ist, ist auch immer Licht – was für ein Feedback erleben Sie nach diesem alljährlichen Gottesdienst?

STR: Eine Rückmeldung ist, dass dieser Gottesdienst ein wichtiger Termin im Jahreslauf der Familien ist. So wie der Geburtstag oder der Todestag des Kindes ein besonderer Tag ist, ist der Tag an dem der Gedenkgottesdienst stattfindet für einige Familien ein fester Termin. Im Gästebuch, das wir immer auslegen, steht z. B. wie wohltuend es ist, einen Ort zu haben, an dem das Kind im Mittelpunkt steht. Als schützenden und bergenden Raum hat eine Mutter den Gottesdienst erlebt. Dafür ist sie dankbar. 
 
RED: Trägt der Gottesdienst auch übers Jahr hinweg gesehen weiter, also gibt es Familien oder Eltern, die hier Kontakt knüpfen zu anderen trauernden Eltern und Familien?

STR: Familien treffen sich in diesem Gottesdienst wieder. Manche kennen sich aus der Zeit der Krankenhausaufenthalte, andere besuchen die gleiche Trauergruppe. Nach dem Gottesdienst laden wir zum Zusammensein und zu Gespräch bei Kaffee und Kuchen ein. Hier können Kontakte geknüpft werden, müssen aber nicht. Man kann auch einfach nur am Gottesdienst teilnehmen und nichts mit anderen sprechen. Alle Anwesenden verstehen das.

RED: Vielen Dank, Frau Straub - anbei die herzliche Einladung zum Gottesdienst.

Einladung zum Ökumenischen Gottesdienst