Stadtkirche Untertürkheim feierlich eingeweiht

Sonntag, 14. Oktober 2018 wird den UntertürkheimerINNEN noch länger in Erinnerung bleiben. An diesem Tag wurde mit einem feierlichen Festgottesdienst die Stadtkirche nach einer längeren Renovierungsphase wieder in Betrieb genommen. Die Predigt zur Einweihung hielt der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Württemberg, Dr. Frank-Otfried July.

Die Predigt hielt Landesbischof Dr. Frank-Otfried July

Alle BesucherINNEN erfreuten sich an der neuen Innengestaltung

Beim Ständerling wurde nochmals viel gelobt und gestaunt

Das sonnige Wetter war der passende Rahmen für die Einweihung der nun hell und luftig wirkenden Kirche. Viele Gemeindeglieder, die während der Renovierungszeit die Kirche nur in Bauabschnitten im Kleinen wahrgenommen hatten, standen nun vor der geöffneten Grieshaberwand und staunten über die Weite und die freundliche Ausstrahlung des Kirchenraumes. Es ist durch die Beleuchtung, die helle Decke und die Auffrischung der Fresken gelungen, den Eindruck des alten, großen Kirchenraumes neu zu beleben.

Diesen Eindruck griff Landesbischof July in seiner Predigt auf, als er über die lebendigen Steine sprach, die eine Kirche und Gemeinde ausmachten. Der äußere Rahmen gehöre dazu und sei wichtig, um Zusammenleben und Gemeinschaft möglich zu machen. Aber die harten Steine des Kirchengebäudes sollten auch gefüllt und belebt werden durch die lebendigen Steine der Menschen, die diese Kirche besuchten und gemeinsam sängen, beteten und Gott die Ehre gäben. Apropos singen, gestaltet wurde der Gottesdienst vom Posaunenchor des CVJM unter der Leitung von Margrit Strauß und der Untertürkheimer Kantorei unter der Leitung von Kirchenmusikdirektorin Irene Ziegler. An der Orgel, die nach langer Zeit wieder erklang, sorgte Philipp Kaufmann für den guten Ton.

Dass ein solches Vorhaben in der heutigen Zeit etwas Besonderes ist, hob Dekan Eckart Schultz-Berg, Dekan des Kirchenbezirkes Bad Cannstatt, zu dem die Untertürkheimer Gesamtkirchengemeinde gehört, in seinem Grußwort lobend hervor. 1,2 Millionen Euro wurden und werden noch bis zum Jahresende ausgegeben, um Kirche und Anbau ansprechend neu zu gestalten. Er wünschte der Kirchengemeinde Glück für die neue Kirche, eine gute Hand und gute Ideen, um diese mit Leben zu füllen.

Bezirksvorsteherin Dagmar Wenzel gratulierte der Kirchengemeinde zum Mut in der heutigen Zeit, ein solches Vorhaben anzugehen und in der Bauzeit von eineinhalb Jahren auch umzusetzen. Sie betonte, dass damit die Kirchengemeinde einen Akzent in der Ortskernsanierung gesetzt hat und dadurch mit zur Öffentlichkeitswirkung des Stadtbezirkes beiträgt.

Das dritte Grußwort sprach Architekt Hermann Gaenslen vom Architektenbüro Tiemann-Petrie und Koch, der mit der Planung und Umsetzung des Vorhabens betraut ist. Er betonte, dass durch die Firmen, die an diesem Bau gearbeitet haben und noch arbeiten, Fachlichkeit und technisches Wissen eingeflossen sind, die die Umsetzung des Vorhabens erst möglich gemacht haben. In einen vorhandenen Altbestand einzugreifen sei immer schwieriger und manches Unvorhergesehene müsse durch handwerkliches Können bewältigt werden. Er dankte den Firmen für ihren Einsatz am Projekt Stadtkirche - auch den Firmen, deren Arbeit heute nicht mehr zu sehen ist, wie beim Abbruch oder der neuen Fußbodenheizung, die inzwischen durch die Steinplatten des Fußbodens wieder verdeckt ist.

Der Vorsitzende der Stadt– und Wallmerkirchengemeinde, Stefan Glöckler, nannte in seinem Grußwort den Grund für die Renovierung. Eine kaputte Fußbodenheizung, schlechtes Licht, bröckelnde Fresken und eine Orgel, die ursprünglich für eine andere Kirche geplant war und dann in Untertürkheim eingebaut wurde. Er erwähnte, dass einzelne Register schon länger nicht mehr bespielbar gewesen wären und nur das Können der Organistinnen diesen Mangel überspielt hätten. Er betonte die Absicht der Kirchengemeinderäte und der Mitglieder im Bauausschuss, den sakralen Kirchenraum den Erfordernissen der heutigen Zeit anzupassen. Und dazu gehöre auch der Anbau mit Küche und einer behindertengerechten Toilette.

Mit Blumen und Weinpräsenten wurde den MitarbeiterINNEN und Ehrenamtlichen gedankt, die durch die Renovierung besonders gefordert waren.
Pfarrer Martin Hug bedankte sich bei den Mitwirkenden des Gottesdienstes und erwähnte, dass noch ein bisschen Anstrengung im Spenden und Aushalten der Bautätigkeit nötig sei, bis das Vorhaben zum Untertürkheimer Weihnachtsmarkt Anfang Dezember dann vollständig abgeschlossen sei.
Mit dem Segen des Landesbischofs und dem anschließenden Ständerling klang dieser besondere Festtag aus.

Künftig werden wieder abwechselnd Gottesdienste in der Stadtkirche und der Wallmerkirche in Untertürkheim gehalten und so müssen und dürfen sich Pfarrer und Gemeinde erst wieder umgewöhnen.

Text: Pfarrer Martin Hug
Fotos: Karen Bauer