Neue Kirchenpflegerin für die Gesamtkirchengemeinde und den Kirchenkreis Stuttgart

Seit dem 1. Juli 2018 ist Sonja Schürle die neue Kirchenpflegerin bei der Evangelischen Kirchenpflege Stuttgart sowie die Kirchenkreisrechnerin. Ihre Amtseinsetzung fand ganz offiziell am vergangenen Freitag zum Auftakt der Kirchenkreissynode in der Hospitalkirche statt. Die Mitglieder des Gesamtkirchengemeinderats wählten die 39-jährige bereits vor einem Jahr zur Nachfolgerin von Hermann Beck, der Ende Juni in den Ruhestand getreten ist.

Fotos: Dagmar Hempel

6 Fragen an Sonja Schürle...

© Thilo Mrutzek

Sonja Schürle ist neue Kirchenpflegerin und Kirchenkreisrechnerin

Vor ihrer Wahl zur neuen Verwaltungschefin war Sonja Schürle bereits stellvertretende Kirchenpflegerin sowie auch die Leiterin der Finanzabteilung bei der Evangelischen Kirchenpflege Stuttgart. Erfahrung bringt die aus dem Landkreis Tuttlingen stammende Verwaltungswirtin genügend mit: Nach einem Studium an der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl am Rhein fand sie ihre erste Anstellung bei der Kirchenpflege in Stuttgart. Mit ihrem Amtsantritt zum 1. Juli 2018 übernimmt Schürle auch die Aufgabe der Kirchenkreisrechnerin. Verwaltung hin Verwaltung her; gerne möchten wir die 39jährige verheiratete Mutter zweier Töchter noch ein bisschen persönlicher vorstellen und nicht nur einen "Verwaltungsakt" daraus machen und so haben wir sie zum Interview gebeten.  

RED: Herzlichen Glückwunsch zur Wahl als neue Kirchenpflegerin und Kirchenkreisrechnerin, liebe Frau Schürle. Apropos, was „pflegt“ man denn so als Kirchenpflegerin?

SCHÜ In einem Satz könnte man sagen: Um alle Bereiche, die es in der Kirchenpflege Stuttgart zu verwalten gibt, sollte sich die Kirchenpflegerin kümmern und diese „pflegen“. In dieser Funktion bin ich künftig verantwortlich für das Kassen-, Haushalts- und Rechnungswesen, ebenso wie für den Bau- und Personalbereich, den Bereich Jugend und Soziales und alle übrigen anfallenden Aufgaben.

RED: Mit der Wahl zur Kirchenpflegerin treten Sie auch gleichzeitig das Amt als Kirchenkreisrechnerin an. Was für eine Aufgabe übernehmen Sie da?

SCHÜ: Der Kirchenkreis ist der Zusammenschluss aller 63 Kirchengemeinden der Dekanate Bad Cannstatt, Degerloch, Stuttgart und Zuffenhausen zu einem Kirchenbezirk. Als Kirchenkreisrechnerin habe ich dafür Sorge zu tragen, dass das Finanz- und Personalwesen reibungslos verläuft, die Verwaltung gut und effizient aufgestellt ist -  immer mit einem aufmerksamen, achtsamen und vorausschauenden Blick. Die Kirchenkreisverwaltung hat hier insbesondere im Bereich der Kindertagesstätten eine zentrale Rolle als Verhandlungspartnerin gegenüber der Stadt.

RED: Sie wurden bereits vor einem Jahr in dieses Amt, das Sie jetzt antreten, gewählt. Das ist ja zeitlich gesehen schon ein "Langstreckenmarathon". Wie haben Sie die Übergabezeit genutzt?

SCHÜ: Ich habe versucht, den "Langstreckenmarathon" in kleine Etappen einzuteilen. Ich möchte ja noch viel Luft für die kommenden 8 Jahre haben. Mein Büro befandt sich ja auf demselben Stockwerk wie das meines Vorgängers, Herrn Beck -  ich hatte also kurze Wege und konnte mich in der Übergabe gut abstimmen. Ich habe Herrn Beck nach und nach verstärkt zu Terminen begleitet, um einen noch besseren Einblick in alle Bereiche zu bekommen. Und jetzt stand nur noch der Bürowechsel an - Stabübergabe also geglückt!

RED: Ihre Wahl in das Amt ist zunächst auf eine Amtsdauer von 8 Jahren angelegt. Schauen wir mal gemeinsam in die Zukunft: Was wollen Sie künftig bewegen? Wo sehen Sie Ihre inhaltlichen Schwerpunkte?

SCHÜ: Mir liegt vor allem am Herzen, dass wir mit unserer Arbeit die Menschen erreichen und bei den Menschen präsent sind. Die bereits bestehende Immobilienliste war ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung; ebenfalls die Fassung unserer Strukturbeschlüsse. Ich möchte weiter daran arbeiten, unsere Angebote dort, wo passend, zu bündeln und zu zentrieren, damit wir in Zukunft genügend Kraft und Kapazität haben, sie aufrecht zu erhalten. Mit dem neuen Pfarrplan 2024 wird die Bedeutung der Verwaltung weiter zunehmen, da weniger Personal im theologischen Bereich zur Verfügung steht. Dort können oder müssen wir entlasten.

RED: Sie stammen aus einem mittelständischen Bäckereibetrieb. Müssen wir aufgrund schwindender Mitgliederzahlen in der Evangelischen Landeskirche künftig alle „kleinere Brötchen“ backen, soll heißen, stehen Umstrukturierungen auch bei der Kirchenpflege Stuttgart an und müssen künftig auch dort die Kosten und Haushaltsmittel für einzelne Bereiche gesenkt oder gar gestrichen werden?

SCHÜ: Die "Brötchen" müssen nicht zwangsläufig kleiner werden, aber wir müssen uns den aktuellen Veränderungen anpassen und sicherlich die Art, Ausprägung und Finanzierung aller Aufgaben immer wieder aufs Neue hinterfragen und anpassen. Und wenn wir merken, dass eine "Brötchensorte", soll heißen ein kirchliches Angebot, gar nicht mehr nachgefragt ist, dann kann es durchaus sinnvoll sein, das Sortiment zu überdenken und zu reduzieren.

RED: Wenn Sie freitagabends Ihren Rechner runterfahren und die Bürotür hinter sich zuschließen, wie und wo trifft man Sonja Schürle am Wochenende privat an?

SCHÜ: Wenn ich nicht gerade einen Auftritt mit den "Murphy Singers" (Anmerk. d. Red.: Der Chor mit Herz und gutem Ton - von Klassik über Pop, Gospel, Ethno bis Jazz) habe, dann treibe ich gerne Sport und widme meine Zeit vor allem meinem Mann und meinen beiden Töchtern. Wir sind gerne und viel unterwegs und erkunden Stuttgart und die Umgebung.

RED: Lieben Dank Frau Schürle und Ihnen einen guten Start in Ihre beiden neuen Ämter.