Im Stadtteilhaus-Mitte tut sich was

Das steht es, das Stadtteilhaus Mitte. Um die Ecke der Leonhardskirche ist das Stadtteil- und Familienzentrum ein Ort der Begegnung, des Austausches und der Geburt neuer Ideen und Initiativen. Es will gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort das Wohnquartier nach deren Wünschen und Bedürfnissen gestalten und Netzwerk sein. Und dafür muss jemand die Fäden in die Hand nehmen.

6 Fragen an Lara Rösler...

© Lara Rösler

Lara Rösler - neu im Leitungsteam des Stadtteilhauses Mitte

Lara Rösler heißt die junge Dame, die seit geraumer Zeit im Leitungsteam im Stadtteilhaus Mitte mitwirkt. Was sie dort alles bewegt und wohin die Reise des Stadtteilhauses in der Leonhardsvorstadt gehen soll, hat sie uns in einem Interview verraten.

RED: Liebe Frau Rösler, nicht "New in town" sondern "Neu im Stadtteilhaus Mitte" oder trifft beides auf Sie zu?

LR: "New in town" bin ich nicht, sondern schon seit 2016 Stuttgarterin. Davor war ich allerdings nur gelegentlich in der Innenstadt durch meine ehemalige Tätigkeit als Beraterin für Frauen in der Prostitution. Zum Jahresende 2017 wollte ich mich aber beruflich verändern und mehr in die konzeptionelle Arbeit einsteigen - das Stellenangebot im Stadtteilhaus kam daher wie gerufen! Seit dem 11. Juni 2018 darf ich nun in die großen Fußstapfen meiner Vorgängerin Saskja Wolman treten.

RED: Das Stadtteilhaus Mitte ist ja eine zentrale Anlaufstelle für Jung und Alt, nicht nur im Leonhardsviertel, sondern allgemein in der Leonhardsvorstadt. Sie bringen von Ihrem Studium her ja die besten Voraussetzungen für die Leitung in der Doppelspitze mit Angela Hantke vom Lehn mit. Erzählen Sie mal…

LR: Genauer gesagt ist das Stadtteilhaus Mitte das Haus für alle BürgerINNEN aus Stuttgart-Mitte. Die Leonhardsvorstadt gehört da natürlich mit dazu und wird in den kommenden Jahren sicherlich auch große Aufmerksamkeit bekommen. Durch mein Studium der Erziehungswissenschaften an der HU Berlin und mit dem Masterstudiengang Erwachsenenbildung bin ich gut vorbereitet für alle pädagogischen Fragestellungen, aber ich denke, Arbeits- und Lebenserfahrung - die ich immerhin auch schon seit 28 Jahren habe - sind noch viel bedeutender, wenn man mit so vielen unterschiedlichen Menschen und deren Anliegen und Bedürfnissen zu tun hat.
 
RED: Wer von Ihnen beiden, also sprich Frau Hantke vom Lehn und Sie, hat denn nun welchen Part inne?

LR: Die konkrete Aufgabenverteilung werden wir nach Frau Handke vom Lehns Rückkehr ins Stadtteilhaus im November noch besprechen. Ich freue mich aber auf ihre Einblicke und schätze es sehr, eine erfahrene Kollegin an meine Seite zu bekommen.
 
RED: Apropos Leonhardsvorstadt, worum geht es bei diesem langfristigen Projekt denn eigentlich?

LR: Die Leonhardsvorstadt ist der Zusammenschluss von Leonhards- und Bohnenviertel. Eine spannende Angelegenheit, wenn Sie mich fragen. Hier sind auf engstem Raum und noch dazu in einem der historisch ältesten Teile Stuttgarts die unterschiedlichsten Personen, Einrichtungen und damit auch Anliegen vertreten. Langfristig geht es darum, diese würzige Mischung zusammenzubringen und das ganze Quartier aufzuwerten. Wie das genau aussehen wird, sollte meiner Ansicht nach unter Beteiligung aller vonstattengehen. Dass es dabei auch um Kompromisse gehen wird, muss auch deutlich gemacht werden. Immerhin haben wir es mit verschiedenen Interessen zu tun: AnwohnerINNEN, Gastronomie, Gewerbe und Kleinkunst neben Rotlichtmilieu, Kulturangeboten und Kindern, die auf dem Schulweg sind. Eigentlich ein Minidorf in der Großstadt.
 
RED: Ja, klingt wirklich spannend, diese Aufgabe... Und wie soll und kann da das Stadtteilhaus Mitte mitgestalten, Raum bieten und Ansprechpartner sein?

LR: Vor allem wollen wir dem Verein Leonhardsvorstadt beratend zur Seite zu stehen. Es ist wichtig, das Wissen aus dem Stadtteil miteinzubringen und an der einen oder anderen Stelle auf Besonderheiten hinzuweisen. Auch kann das Stadtteilhaus ein Forum für Austausch bieten. Die Leonhardskirche, deren Gemeinde ein Träger des Stadtteilhauses ist, steht ja zentral zwischen den beiden Vierteln. Das Stadtteilaus hat dann die Aufgabe, gemeinwesenorientiert zu arbeiten. Das heißt, die Menschen im Stadtteil dabei zu unterstützen, ihre Bedürfnisse zum Ausdruck zu bringen und sie in der Umsetzung dieser zu begleiten.

RED: Schauen wir mal noch auf die „kurzfristigen“ Gestaltungsmöglichkeiten im Stadtteilhaus Mitte. Was steht denn nach den Sommerferien bei Ihnen konkret auf dem Plan?
 
LR: Das Stadtteilhaus hat seine Tore wieder seit dem 3. September geöffnet. Dann ist der offene Treff, unser kleines Stadtteil-Café vor- und nachmittags geöffnet und der Mini-Kindergarten beginnt wieder. Unser eigentliches Programm startet in der Woche ab dem 17. September mit Angeboten wie Kinderturnen, Ballett, Seniorengymnastik, Deutschkurs für Frauen und vielem mehr. Geplant sind außerdem eine offene Tafel zum Erntedankfest am 7. Oktober und ein Flohmarkt für Jugendliche und junge Erwachsene später im Herbst. Ich versuche gerade viele Kooperationen mit Akteuren und Akteurinnen aus dem Stadtteil anzuregen. Außerdem würde ich gerne einen Mittagstisch etablieren, weshalb wir auf der Suche nach ehrenamtlichen Köchen und Köchinnen sind, die Lust haben, einmal in der Woche hier zu kochen.Genaue und aktuelle Infos finden Sie auch immer auf unserer Homepage unter www.stadtteilhaus-mitte.de. Grundsätzlich freuen wir uns sehr über alte und vor allem neue Gesichter. Sie sehen – es wird definitiv nicht langweilig.

RED: In der Tat nicht - also dann mal frohes Schaffen und weiterhin so viel guten Spirit! Vielen Dank für das Interview, Frau Rösler.

Aktuelles Programm im Stadtteilhaus Mitte