Stolpersteine - Kooperations-Theater-Projekt

„Stolpersteine“, diesen Titel trägt das diesjährige Kooperations-Theater-Projekt des Evangelischen Heidehof-Gymnasiums. Denn „Stolpersteine“ gibt es im Leben genug: in der Schule, im Job, aber auch bei der Partnerfindung oder Familiengründen. Das dachten sich auch die SchülerINNEN des Evangelischen Heidehof-Gymnasiums und der Berger Schule, einem Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum - ebenfalls im Stuttgarter Osten.

6 Fragen an Dr. Johannes Wahl...

Dr. Johannes Wahl mit seiner Theatertruppe

Unter der Leitung des stellvertretenden Schulleiters des Heidehof-Gymnasiums, Dr. Johannes Wahl, entstand das schülereigene Theaterstück, das jetzt zur Aufführung kommt.

Es wird geprobt, eine Szene nach der anderen, hier noch ein Text umgeschrieben und gleich wieder verworfen und irgendwo mittendrin steht Dr. Johannes Wahl, stellvertretender Schulleiter des Heidehof-Gymnasiums und Projektleiter dieser Theaterkooperation. Bevor sich der Vorhang zur ersten Vorstellung wirklich hebt, hat er unserer Redaktion schon mal ein bisschen was über das neue Kooperations-Theaterstück "Stolpersteine" verraten.

RED: Theater, Theater, der Vorhang geht auf… zu „Stolpersteine“! Worum geht´s im Stück, Herr Dr. Wahl?

JW: In dem Stück geht es um Vorstellungen der SchülerINNEN hinsichtlich ihrer eigenen Zukunft. Wie alle träumen sie von Karriere und privatem Glück. Doch die Zukunft hält viele "Stolpersteine" bereit. Ängste, Anpassungsdruck und der Zwang, sich entscheiden zu müssen, werfen die Kinder und Jugendlichen zurück. Manchmal stellt ihnen natürlich auch das Schicksal ein Bein....
 
RED: Bei diesem Theaterstück handelt es sich ja um keinen „Schul-Klassiker“, wie er sonst zur Aufführung kommt. Wie ist das Stück also entstanden?

JW: "Stolpersteine" ist eine Eigenproduktion, in der die SchülerINNEN die Szenen selbst entwickelt haben. Sie spielen sich also selbst. Bei der Erarbeitung erhielten sie Aufgabenstellungen wie z. B. "Stellt euch vor, zwei Freundinnen treffen sich nach 25 Jahren wieder und reden darüber, ob ihre Träume in Erfüllung gegangen sind. Der Theaterpädagoge Tobias Metz, Martina Höschele (Lehrerin an der Bergerschule) und ich haben die Szenen dann mit einem roten Faden verbunden.

RED: Und jetzt hatten Sie ja nicht nur Ihre eigenen SchülerINNEN des Heidehofgymnasiums vor sich, sondern hierbei handelt es sich um ein Kooperations-Theater-Projekt. Wer kooperiert denn mit den Heidehofschülerinnen und -schülern und warum?

JW: Es handelt sich um eine 12köpfige Theatergruppe aus der Bergerschule, einer Förderschule (SBBZ mit dem Schwerpunkt Lernbehinderung) im Stuttgarter Osten und dem Heidehof-Gymnasium. Acht Bergerschüler (Klasse 5-8) und vier Gymnasiasten (Klasse 7 und 8) haben dieses Projekt realisert.
Bei der Kooperation geht es uns natürlich primär um das gemeinsame Erlebnis, auf der Bühne zu stehen. Sie dient aber auch der Begegnung unterschiedlicher Welten und dem Abbau von Vorurteilen - auf beiden Seiten.
 
RED: Worin bestand für Sie als Leiter des Projekts die Herausforderung?

JW: Die größte Herausforderung bei einer solchen Stückentwicklung ist es immer, auszuhalten, dass bis drei Wochen vor der Aufführung noch immer kein fertiger Text vorliegt. Er ist einer ständigen Fortschreibung und Veränderung unterworfen. Ja, und schwierig war in diesem Jahr besonders der Altersunterschied in der Gruppe.
 
RED: Bereits vor der eigentlichen Aufführung am 20. und 21. Juni 2018 in der Aula des HeidehofGgymnasiums schlägt das Kooperations-Theater-Projekt schon Wellen. Erzählen Sie mal…

JW: Die Theater-Kooperation, die mittlerweile seit zehn Jahren andaudert, hat über die Schulöffentlichkeit hinaus Interesse bei anderen Institutionen gefunden. Am 16. Juli 2018 diesen Jahres sind wir eingeladen, das Stück beim "Inklusionstag des Lehrerseminars Stuttgart" vorzuspielen. Danach stehen je eine Schülerin der Bergerschule und des Heidehof-Gymnasiums den angehenden Lehrerinnen und Lehrern Rede und Antwort im Rahmen einer Podiumsdiskussion.
 
RED: Das Allerwichtigste zum Schluss: Wo gibt´s Karten für die beiden Aufführungen, was kosten sie und muss ich frühzeitig da sein, da freie Platzwahl?

JW: Karten für die Premiere am 20. Juni 2018 in der Aula des Evangelischen Heidehof-Gymnasiums gibt es keine. Der Eintritt ist frei! Es sind genügend Plätze vorhanden.
Für die Schulvorstellung am Donnerstagvormittag (11.35 Uhr) werden allerdings ca. 250 SchülerINNEN erwartet, so dass das Platzangebot begrenzt ist.

RED: Ihnen und Ihren Schülerinnen und Schülern toi, toi, toi und ganz viel Spaß!

Fotos: Tobias Metz