Erste Pfarrerin für die Pauluskirchengemeinde

Sabine Löw, so heißt die neue Pfarrerin an der Stuttgarter Paulus-Kirchengemeinde. Mit ihrer Investitur folgt sie Pfarrer Kurt Wolff nach, der sich im März in den Ruhestand verabschiedet hat. Sabine Löw ist die erste Pfarrerin, die diese Stelle in der evangelischen Kirchengemeinde innehat. Damit weht auch im Stuttgarter Westen ein frischer Wind, den es für die anstehende Fusion mit der Johannes- und der Paul-Gerhardt-Gemeinde brauchen wird.

Sabine Löw ist die neue Pfarrerin in der Stuttgarter Paulusgemeinde

Damit sich treuverbundene und auch neue KirchenbesucherINNEN schon mal einen Eindruck von der neuen "Westlerin" machen können, bevor sie ihr im Gottesdienst in der Pauluskirche begegnen, stellt sich Sabine Löw hier persönlich vor:

„Tief im Westen, wo die Sonne verstaubt, ist es besser, viel besser als man glaubt.“ Dieser Anfang aus einem Grönemeyer-Song meint eigentlich Bochum. Aber er geht mir oft durch den Sinn, wenn ich hier durch den Westen schlendere. Hier ist Lebensqualität. Ich freue mich sehr, in diesem tollen Stadtteil anzufangen und mit meiner Familie hier zu leben. Ein großes Team werden wir hier im Westen werden. Ich freue mich auf das Miteinander mit dem Kollegen Siegfried Finkbeiner, dem Kirchengemeinderat und allen anderen Mitarbeitenden. Und besonders freue mich auf die vielfältige Musik, die bunten Glasfenster, die vielen Kinder und überhaupt auf Sie alle, Jung und Alt. Miteinander zu erspüren, dass und wie in Christus alle Schätze verborgen sind, alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis. Lasst uns so zusammen Kirche sein.

Lasst uns Kirche sein,
die am Lernen ist.
Die die Fragen der Frauen hört,
die das Suchen der Männer sieht
und nicht bloß uralte Einsicht wiederkäut, sondern ringt.

Lasst uns Kirche sein,
die menschlich ist.
Die warmherzig urteilt,
die weitherzig lehrt,
handfest dient
und nicht nach dem Ansehen,
sondern nach der Straße fragt.

Lasst uns Kirche sein,
die wahrhaftig ist.
Die das Notwendige sagt,
die das Erforderliche bezeugt,
sich nicht an den Spielen der Welt orientiert, sondern am Reich Gottes.

Lasst uns Kirche sein,
die nahrhaft ist:
Die frisches Brot anbietet
und guten Wein,
die hofft, und nicht bloß redet,
die nicht nur los spricht,
sondern Geborgenheit schenkt.

Lasst uns Kirche sein,
die nach Güte schmeckt
und nach Großmut riecht.
(Jacqueline Keune)

Ein paar Eckdaten aus meiner Vita: Geboren bin ich 1972 in Ebingen, aufgewachsen in Zainingen auf der Uracher Alb und in Lorch im Remstal. Ich bin Mutter von drei Kindern und war beruflich bislang viel in der Altenheimseelsorge tätig. Meine erste Stelle hatte ich als Schulpfarrerin an der Körperbehindertenschule in Mössingen. Danach wurde ich Gemeindepfarrerin in Unterjesingen und war Jugendpfarrerin in Tübingen. Zuletzt bin ich nun in Stuttgart-Weilimdorf an der Oswald-Wolfbuschkirchengemeinde gewesen und mit weiterer halber Stelle an der Pressestelle der Württembergischen Landeskirche. Da war ich sozusagen schon auf dem Gemeindegebiet hier tätig, im Evangelischen Medienhaus in der Augustenstraße. Dort war ich zuständig für telefonische Kircheneintritte und in der Redaktion der Zeitschrift für württembergischen Pfarrerinnen und Pfarrer (a+b).

Es gibt noch eine weitere Liedzeile, die mir einfällt im Hinblick auf den Westen und die anstehende Fusion mit Paul-Gerhardt und der Johanneskirchengemeinde:

„Einsam bist Du klein, aber gemeinsam werden wir Anwalt des Lebendigen sein."

Gottes Segen.

Herzliche Grüße,
Ihre und Eure Sabine Löw

Fotos: Dagmar Hempel