Neuer Pfarrer für Birkach

Jörg Novak heißt er, der neue Pfarrer an der Franziskakirche in Birkach. Seinen Dienst hat er bereits am 15. September angetreten und Investitur, also die feierliche Einsetzung als Pfarrer in der neuen Kirchengemeinde, war am 30. September. Die Investitur übernahm Degerlochs Dekanin Kerstin Vogel-Hinrichs im Beisein der Kirchengemeinde.

Investitur von Pfarrer Jörg Novak durch Dekanin Kerstin Vogel-Hinrichs

Predigt mit Antrittsrede: Pfarrer Jörg Novak

Neu in Birkach: Jörg und Anke Novak

Er wolle sein Licht nicht unter den Eimer stellen, meinte Pfarrer Jörg Novak, nachdem ihm der Birkacher Kirchengemeinderat zu Beginn seines Dienstes Mitte September einen Zinkeimer überreichte. Damit könne er schöpfen und gießen, aber auch Unnötiges entsorgen.

Jörg Novak (56) wurde dann am 30. September in einem Gottesdienst durch Dekanin Kerstin Vogel-Hinrichs in sein Amt eingeführt. In seiner Predigt zu Jakobus 2, 1-13 widmete er sich dem Spannungsverhältnis von Gerechtigkeit und Freiheit. Mit seiner Familie zieht Pfarrer Novak Ende Oktober in das renovierte Pfarrhaus neben der Franziskakirche.

So stellte er sich der Gemeinde vor: „Ich selber bin im Stuttgarter Osten geboren und aufgewachsen. Die dortige Lukas-Gemeinde wurde mir über ihren Kindergarten vertraut, später dann durch den Posaunenchor, wo ich die Jungbläserausbildung absolvierte. In der benachbarte Friedensgemeinde war ich Jungscharmitarbeiter, später dann Freizeitleiter im Evangelischen Jugendwerk Stuttgart.

Dann folgte der Anfang eines Maschinenbau-Studiums, ganz nach meiner familiären Prägung und schulischen Vorbildung, mit Leistungskurs Mathematik und Physik. Durch die Verweigerung des Kriegsdienstes musste ich das Studium unterbrechen und durfte eineinhalb Jahre Zivildienst leisten. In einem anthroposophischen Heim für schwerst mehrfach behinderte Kinder und Jugendliche lernte ich viel fürs Leben. Hinterher wusste ich, dass ich mich um mein protestantisch-evangelisches Bewusstsein kümmern, Theologie studieren und Pfarrer werden wollte. Zur Waldorfpädagogik und Anthroposophie habe ich seither eine gute geistige Verbindung.

Zum Studium ging es nach Marburg an der Lahn und dorthin ging meine Frau Anke mit. Im zweiten Semester wurden wir zur Studentenfamilie. Nach dem ersten folgte ein zweites Kind in diesen schönen jungen Jahren unseres gemeinsamen Lebens. Was haben wir doch alles studiert, in diesen 80er Jahren. Die vergangene Barth-Bultmann-Kontroverse beschäftigte den Lehrbetrieb in der Theologie. Die Frauen waren vom Feminismus begeistert, was uns Männer nicht unbewegt sein ließ. Umweltthemen und die Schöpfung ergriffen langsam die Theologie. Und die Friedensfrage war doch die alles entscheidende, die uns auf die Straße brachte, bis 1989.
Danach folgte das Examen in Tübingen. Anschließend durfte ich zum Vikariat in Tübingen bleiben, der Familie wegen.

Als Stadtmensch kam ich erstmalig aufs Land im unständigen Pfarrdienst. Pfarrverweser war ich in Emmingen und Pfrondorf bei Nagold. Danach kam ich zur Dienstaushilfe beim Dekan in Böblingen. Inzwischen hatte sich unsere Familie durch zwei weitere Kinder vergrößert und nach 10 Jahren auch zeitlich die Familienphase deutlich verlängert.

Dann begann der ständige Pfarrdienst in Weilheim unter der Teck. Diese große Gemeinde in der Kleinstadt war die gute Zeit für mich als junger Pfarrer in bester Dienstgemeinschaft neben einem älteren und erfahrenen Kollegen. Wir waren so richtig heimisch geworden. Habe ich dort doch zwei Vereine mitgegründet, einen Kinderspielgruppen-Verein und einen Schulsozialverein. Und in dieser Stadt am Rande der Alb wurden weitere zwei Kinder geboren, die älteren zogen langsam aus.

Doch dann lockte eine Pfarrstelle in der Großstadt. Wir zogen in den Stuttgarter Westen. Ich durfte in den vergangenen 10 Jahren an der Belebung dieses kirchlichen Zentrums im Stadtteil mitwirken. Ein Familienzentrum konnte zur Ergänzung von Kindergarten und Kindertagesstätte gegründet werden. Und als Partner für den Interreligiösen Dialog konnte ich das Haus Abraham und die Stiftung Stuttgarter Lehrhaus ins Zentrum holen. Nebenbei sind wir dann auch noch zur Großfamilie geworden. Unser "Stuttgarter Kind" wurde vor 10 Jahren geboren, unser Jüngster.

Die Franziskakirche hat es mir angetan. Ich bin ihrem Charme erlegen. Mal sehen, was sie mit mir als ihrem Pfarrer noch alles treibt."

Und genau dorthin, neben die Franziskakirche, zieht Pfarrer Novak dann Ende Oktober mit seiner Familie in das renovierte Pfarrhaus.

Text: Martin Dellit
Fotos: G.Seyfferth