Barbara Wenzlaff neue Pfarrerin an der Gedächtniskirche

Alles neu macht der Mai, äh, in diesem Fall der Juli, denn die Gedächtniskirchengemeinde im Stuttgarter Westen hat eine neue Pfarrerin: Barbara Wenzlaff hat dort zum 1. Juli ihren Dienst angetreten. Vorgestern war ihre feierliche Investitur durch Stadtdekan Søren Schwesig und war die verpasst haben sollte, dem macht sich die neue Seelsorgerin hier nochmals ganz persönlich bekannt.

© Barbara Wenzlaff

Gerne stelle ich mich Ihnen vor: Ich komme aus Ihrer Nachbarschaft, sehe von meinem Balkon die Kirchturmspitze der Gedächtniskirche, habe schon einige Male in Ihrer Kirche Gottesdienst gefeiert und freue mich sehr, dass der Kirchengemeinderat der Gedächtnis- und Rosenbergkirchengemeinde mich als Ihre neue Pfarrerin gewählt hat.

Ursprünglich komme ich aus Berlin und manchmal werden Sie das auch noch hören. Leider habe ich es über die vielen Jahre, die ich nun schon in Süddeutschland lebe, nicht geschafft, den Klang und die Färbung des Schwäbischen anzunehmen. Das macht eigentlich auch gar nichts, denn als Ihre Pfarrerin kommt es doch auf mehr an als auf den Dialekt.

Mein Theologiestudium in Berlin, Birmingham und Tübingen habe ich genossen. Offensichtlich konnte ich nicht genug vom Studieren bekommen, so dass ich gleich im Anschluss ein Fernstudium in Erwachsenenbildung absolvierte. Nach der Vikariatszeit in Welzheim teilten mein Mann, Pfarrer Eckhard Benz-Wenzlaff, und ich viele Jahre die Pfarrstelle in Großdeinbach/Schwäbisch Gmünd und die EKD-Auslandsstelle in Den Haag/Niederlande. In meiner Gmünder Zeit arbeitete ich zusätzlich als Seelsorgerin im Frauengefängnis; in den Niederlanden als Religionslehrerin an der Deutschen Internationalen Schule.

Zwischen all den beruflichen Aufgaben haben mein Mann und ich drei wunderbare Töchter in ihrer Entwicklung begleitet.

In den letzten vier Jahren habe ich als Studienleiterin der Evangelischen Akademie Bad Boll im treffpunkt 50plus gearbeitet. Der treffpunkt 50plus am Rotebühlplatz ist eine Bildungseinrichtung der Stadt Stuttgart, in der auch kirchlich-religiöse Themen zum Zug kommen. Bildungsarbeit für alle Generationen ist sehr wichtig, aber die Vielfalt in einer Gemeinde ist durch nichts zu übertreffen.

Auf die Vielfalt in Ihrer Gemeinde freue ich mich sehr und hoffe, dass Sie sich mit mir gerne auf den Weg machen. Damit möchte ich mich an die Bitte des Psalmbeters anschließen: „Weise mir, Herr, Deinen Weg, dass ich wandle in Deiner Wahrheit.“ Diese Bitte tut gut, gerade wenn Wege versperrt sind, wenn persönliche wie gesellschaftliche Orientierung nur schwer zu erkennen ist oder wenn eine Krise der anderen folgt. Ich wünsche mir, dass in der Gemeinde Jesu Christi alle Generationen ihre Bitten und Fragen stellen können.

Ich freue mich auf jede Begegnung mit Ihnen, auf die Kinder, auf die Jugendlichen, auf die Musikalischen und auf die Zweifler, auf Menschen, die die Kraft haben, andere mit ihren Fähigkeiten zu unterstützen, auf die Witzigen, die Traurigen und auf Menschen, die auf Trost und Zuversicht warten.

Herzlichst grüßt Sie Ihre Pfarrerin Barbara Wenzlaff

Fotos: Philipp Müller