Freiräume für Kinder und Mitarbeiter - die Kita-Leitung Diana Wöhrle

Diana Wöhrle hat mit ihrem anspruchsvollen Job ihre Berufung gefunden. Sie leitet eine Kita mit bald 75 Kindern in fünf Gruppen, 17 Erzieherinnen und zwei Erziehern.


2007 hat Diana Wöhrle bei der Kita in der Schwarenbergstraße angefangen. Aus der Teilzeit-Vertretungsstelle wurde mehr. Wöhrle stockte auf, wurde Gruppenleitung, vor zweieinhalb Jahren dann Einrichtungsleitung.


„Das Haus hat es mir angetan“, sagt die 41-jährige. Die „Kita Lukasgemeinde“ ist in einem freundlichen Haus mit mehreren Außenspielflächen untergebracht, direkt neben dem ehemaligen Lukasgemeindehaus im Stuttgarter Osten. Die Räume haben viel Tageslicht. Neben den fünf Gruppenräumen gibt es „Erfahrungsräume“, beispielsweise für Malen und Bewegung. „Zu bestimmten Zeiten am Tag sind die Kinder in ihren Gruppen“, erläutert Wöhrle. Zum Morgenkreis, zu Mittagessen und zur Mittagsruhe etwa. In den Freispielzeiten können sich die Kinder in unterschiedlichen Erfahrungsräumen ausprobieren und ihren Interessen nachgehen.


Beim Gang durchs Haus wird Diana Wöhrle von zwei kleinen Krippenkindern angesprochen. Begeistert erzählen sie vom Ausflug, den die Krippengruppe am Vortag in die Wilhelma unternommen haben. „Da war ein Sneeleopard“, sagt der eine mit großen Augen. Der andere ahmt begeistert das Brüllen eines Tigers nach. „Die Kinder aus unserem neuen Krippenbereich bleiben normalerweise unter sich, die ganz Kleinen brauchen die vertraute Umgebung“, sagt Wöhrle später. Doch die beiden fast dreijährigen Abenteurer können durchaus mal das Haus erkunden gehen. „Die beiden Jungen wechseln in zwei Monaten aus der Krippe in den Kindergarten“, erklärt sie. Da sei es wunderbar, dass sie das Haus und die anderen Kinder und Erzieher schon kennenlernen, der Übergang wird dann viel leichter.


"Wenn jeder seine Stärken einsetzen kann, bringt uns das weiter."

 

Freiräume wünscht sich Wöhrle nicht nur für die Kinder. Auch mit Blick auf ihre Kolleginnen und Kolleginnen ist ihr „wichtig, dass sie ihre Freiräume haben und ihre Kompetenzen entfalten“. Vielfalt ist gewünscht: „Wenn jeder seine Stärken einsetzen kann, bringt uns das als Einrichtung und als Team weiter.“ Gerne dürfen die Mitarbeiter ihre Ideen ausprobieren – „wenn etwas klappt, ist es prima, und wenn es schief geht, ist es kein Beinbruch.“ Eine Mitarbeiterin ist beispielsweise Diakonin, bringt besondere religionspädagogische Kompetenz mit. Zwei machen Musik – klar, dass sie die Singkreise anleiten.


Dass sie selbst viele Jahre als Erzieherin direkt in der Gruppe gearbeitet hat, empfindet Diana Wöhrle als großen Vorteil. „Ich kenne die Themen und die Sorgen meiner Mitarbeiter“, sagt sie. Und obwohl sie als Einrichtungsleitung viel organisatorische Arbeit hat, arbeitet sie bei personellen Engpässen auch als Springerin in den Gruppen mit. „So erfahre ich auch, wie die Stimmung unter den Kindern ist.“ Gute Stimmung im Haus, und das heißt auch: ein guter Umgang mit Konflikten, die im Zusammenleben nicht ausbleiben – das ist ihr wichtig. Ebenso wie der Kontakt zu den Eltern und Familien.


Und auch mit der Lukas- und Lutherhauskirchengemeinde ist die Einrichtung gut vernetzt. Sie gestaltet den Gottesdienst am Erntedankfest mit, die Kinder besuchen im Advent – wenn die faszinierende Weihnachtskrippe aufgebaut ist – und vor Ostern die nahe Lukaskirche. Oft kommt Gemeindepfarrer Gerd Häußler dazu.


In den vergangen Jahren ist Wöhrles Verantwortung stetig gewachsen. Als sie die Kita übernahm, hatte sie drei Gruppen. Jetzt sind es fünf. „Ich habe mich gefreut auf mein vergrößertes Mitarbeiterteam“, sagt sie. „Ich habe meinen Beruf gefunden, es macht mir Spaß!“

 

Christoph Schweizer, April 2015