Gesamttagung für Kindergottesdienst in Stuttgart

Vom 10. bis 13. Mai 2018 findet in Stuttgart die Gesamttagung für Kindergottesdienst in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) statt. Zu der Veranstaltung werden bis zu 2.000 ehren- und hauptamtlich engagierte Teilnehmende aus dem Bereich Kindergottesdienst erwartet. Ob Bibelarbeiten, Themenzentren, Wissensimpulse oder auch das begleitende Kulturprogramm - für jede und jeden ist das passende Angebot dabei.

© Ludmilla Parsyak

Stadtdekan Søren Schwesig bei der Gesamttagung für Kindergottesdienst

Auch Stuttgarts Stadtdekan Søren Schwesig ist bei der Gesamttagung für Kindergottesdienst einer der gestaltenden Akteure. Ob Bibelarbeit oder Kirchenkabarett - er kann beides und freut sich schon auf die Tagung, wie er unserer Redaktion im Interview verraten hat.

RED: Am Freitag und Samstag gibt es bei der Gesamttagung für Kindergottesdienste Bibelarbeiten. Was versteht man denn eigentlich unter einer Bibelarbeit?

Schwesig: Eine Bibelarbeit ist eine klassische Form evangelischer Beschäftigung mit der Heiligen Schrift. Ich lege eine Geschichte aus dem Markusevangelium aus und frage nach ihrer Relevanz für Glauben und Leben von uns Heutigen.

RED: Ihre Bibelarbeit trägt den Titel „Grund(-lagen) legen“ Die Kindersegnung - Was wir ausgerechnet von Kindern lernen können. Die dazugehörige Bibelstelle ist Markus 10, 13-16. Sehr komplexer Titel – worum wird es gehen bzw. wer unterstützt Sie beim Rahmenprogramm?

Schwesig: Bei Geschichten, die wir kennen, liegt die Gefahr nahe, dass wir sie verharmlosen. Der eigentliche Sprengstoff in der Geschichte wird immer schwieriger zu erkennen, je vertrauter uns die Geschichte vorkommt. Im Fall meiner Bibelarbeit (Anmerkung RED: SA 9:30-10:30 Uhr): Die Art und Weise, wie Jesus mit Kindern umging, unterschied sich diametral von dem, wie Kinder in der Antike angesehen wurden. Daraus resultierend liegt die Frage nah, wie viele Rechte wir Kindern in unserer Gesellschaft zusprechen? Genug? Zu wenig?
Unterstützt werde ich von Posaunenbläsern der Johannes- und der Gedächtnisgemeinde.

RED: Jetzt halten Sie als Stadtdekan von Stuttgart ja nicht alle Tage einen Kindergottesdienst, aber Sie haben dafür die Gesamtentwicklung der Evangelischen Kirche in Stuttgart im Blick. Was trägt Ihrer Meinung nach heutzutage zu einem guten Kindergottesdienst bei bzw. worauf sollten wir in Zukunft verstärkt den Fokus legen?

Schwesig: Am wichtigsten: Die sogenannten "KinderkirchhelferINNEN". Ihre Motivation und Zugewandtheit zu den Kindern ist maßgeblich für einen „guten“ Kindergottesdienst. Dann ist zu fragen, wie wertgeschätzt die Kinderkirche durch die Gemeindeleitung vor Ort ist. Bekommt sie die Unterstützung, die sie braucht oder gilt sie als "nice to have"? In der Zukunft wird es immer mehr darum gehen, angesichts der zeitlichen Inanspruchnahme der Kinder durch Schule, Vereine und anderes Räume und Orte zu finden, die einen Kindergottesdienst attraktiv machen. Das muss nicht immer der Sonntagvormittag sein.

RED: Jetzt sind Sie ja selbst Vater zweier Töchter. Was haben Sie denn noch von Ihren beiden Mädchen gelernt bzw. lernen immer noch von ihnen?

Schwesig: Als sie klein waren, hat mich manch ihrer scheinbar „kindlichen“ religiösen Fragen als Theologen ganz schön in die Bredouille gebracht. Ich habe von ihnen gelernt, wieviel religiöse Tiefe schon in Kinderfragen steckt. Und heute? Heute lerne ich immer weiter von ihrem in manchem ganz anderen Blick auf die Welt. Das ist wohl das Kostbarste, dass wir immer wieder voneinander gelernt haben und es auch heute noch tun.

RED: Zur Gesamttagung für Kindergottesdienste gehört auch ein Kulturprogramm. Auch da sind Sie in Aktion, allerdings nicht allein. Erzählen Sie mal…

Schwesig: Ich bin seit 17 Jahren auf der Bühne als Kabarettist im Duo „Die Vorletzten“. Mit meinem guten Freund Peter Schaal-Ahlers (Anmerkung RED: Pfarrer am Ulmer Münster) werden wir mit unserem aktuellen Programm „Zwei in einer großen Stadt“ am Freitagabend um 20 Uhr im Hospitalhof (Paul-Lechler-Saal) auftreten. Ein Termin, auf den ich mich schon sehr freue...

RED:
Und zum guten Schluss: Worauf freuen Sie sich denn selbst bei der Gesamttagung für Kindergottesdienst bzw. was wünschen Sie den Veranstaltern und Teilnehmern?

Schwesig: Meine Aufgabe als Stadtdekan geht ja auch während der Tage der Gesamttagung weiter. Aber an manchem möchte ich auf jeden Fall teilnehmen. Das Programm dieser Tagung ist aber so reizvoll, dass es schwer sein wird, mich zu entscheiden - von daher schon mal ein dickes Lob vorab an die Organisatoren! Gesetzt ist der Eröffnungsabend am Donnerstag in der Liederhalle. Gespannt bin ich auf das Angebot in den Zentren. Und dann steht noch eine Entscheidung für eine der Arbeitsgruppen an - Sie sehen, es gibt einiges zu erleben! Und an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer: Herzlich willkommen in Stuttgart und auf eine erlebnisreiche und inspirierende Gesamttagung für Kindergottesdienst!

Programm zur Gesamttagung für Kindergottesdienst in der EKD