Evangelische Kirchengemeinde Stuttgart-Feuerbach

Die Evangelische Kirchengemeinde Feuerbach mit der Stadtkirche im alten Dorfkern ist seit dem 1. Januar 2005 wieder eine Gemeinde. Wieder - denn durch die Industrialisierung und das Bevölkerungswachstum waren in der Mitte des 20. Jahrhunderts über die Stadtkirchengemeinde hinaus Seelsorgebezirke entstanden, die eigene Kirchen und Gemeindezentren errichteten, denen zufolge auch eigenständige Gemeinden gegründet wurden. Das waren die Stadt-, die Luther-, die Föhrich- und die Gustav-Werner-Gemeinde.

Nun aber sind sie wieder zu einer Kirchengemeinde Feuerbach zusammengeschlossen. Die verwaltet das Ortskirchenvermögen, ist Anstellungsträgerin der kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und unterhält die Kirchenpflege, das Kirchenregisteramt, das Waldheim im Lindental sowie die Diakoniestation. Außerdem ist sie gemeinsam mit der katholischen Schwestergemeinde Trägerin der Gesellschaft für mobile Jugendarbeit und des Aktivspielplatzes Feuerbach. Die Gemeinde zählt knapp 8.000 Mitglieder. Sie verfügt über vier Kirchen: die Stadtkirche St. Mauritius, die Lutherkirche, die Föhrichkirche und die Gustav-Werner-Kirche.

Die Evangelische Stadtkirche St. Mauritius in Stuttgart-Feuerbach ist die älteste Kirche in Feuerbach. Sie liegt im alten Ortskernund verfügt über ein angebautes Gemeindehaus. Die Kirche, 1789/90 anstelle einer zu kleinen, baufälligen neu erbaut, steht unter Denkmalschutz. 1953 wurden drei Kirchenfenster von Wolf-Dieter Kohler im Chor eingebaut. Schon 1934 hatte sein Vater Walter Kohler bei einem Umbau ein Auferstehungsfenster in der Turmkapelle gestaltet. Im Gemeindehaus wurden 1976 Wandbehänge mit der Darstellung des Senfkorngleichnisses und des Gleichnisses vom "verlorenen Sohn" - ebenfalls von Wolf-Dieter Kohler entworfen - der Gemeinde übergeben. Seit 1983 befindet sich im Altarraum die neue Orgel des Orgelbauers Rohlf. Kennzeichnend für die Stadtkirchengemeinde ist ein reiches kirchenmusikalisches Leben, das hauptsächlich vom Chor der Gesamtkirchengemeinde, der Mauritiuskantorei, den Kinderchören und der Jugendkantorei getragen wird. Dabei stehen klassische Orgelaufführungen wie auch zeitgenössische Kompositionen auf dem Programm. Ergänzt wird das Programm von Orgelkonzerten und anderen kammermusikalischen Konzerten.

Genau lässt es sich nicht mehr erheben, wann ein Pfarrer in Feuerbach auf die Idee kam, den "Luthersaal" kurzerhand in "Lutherkirche" umzubenennen. Bis dahin war nämlich der provisorisch umgebaute Saal des ehemaligen Gasthauses "Zum goldenen Schlüssel" nur eine Predigtstelle in Feuerbach. Das gesamte Industriegebiet gehörte zum Einzugsgebiet. Früh erkannte die Kirchengemeinde, dass die Industrialisierung auch soziale Probleme mit sich brachte. Deshalb plante man in der Nähe der Industriebezirke den Bau eines Hospizes mit Arbeiterwohnheim. Leider machte die wirtschaftliche Entwicklung in den 20er Jahren die Pläne zunichte. So musste die Luthergemeinde bis 1983 warten, um im neugebauten Burgenlandzentrum vielseitig nutzbare Gemeinderäume zu erhalten. Durch ein schönes Glaskunstfenster und die Altargruppe aus Holz entstand darin ein sakraler Raum, der inzwischen als Kirche voll akzeptiert ist.

Die Lutherkirche ist behindertenfreundlich zugänglich. Sie ist auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht erreichbar und liegt und von der U-Bahnhaltestelle Wilhelm-Geiger-Platz nur 3 Gehminuten enfernt. Ein Arbeitsschwerpunkt liegt bei sozialen und diakonischen Themen.


"Aus der Not eine Tugend machen" lautet ein Sprichwort. Das trifft auf die Föhrichkirche in Feuerbach zu, die 1930 zunächst nur als Notkirche aus Holz für die rasch wachsende Föhrichsiedlung gebaut wurde. Sie sollte nach einiger Zeit durch eine massive Kirche ersetzt werden. Das hat der Zweite Weltkrieg verhindert; und nach Bombenschaden, Beendigung des Krieges und Stabilisierung der Währung ist die geplante Kirche bis heute nicht gebaut worden. Aus der Not eine Tugend gemacht? Die Holzkirche ist keine "Not" mehr, sie hat sich bewährt (hängt "Tugend" mit "taugen" zusammen?), sie ist der Gemeinde inzwischen ans Herz gewachsen, sie ist "unsere" Kirche geworden. Die Kirche schmückt ein Buntglasfenster ("Der wiederkommende Herr"), das 1968 von Martin Single zum Gedenken an seinen im März 1944 gefallenen Sohn gestiftet wurde. Im Jahr 1979 ist ein weiteres Gemeindehaus mit einem zweiten Kindergarten im Bezirk "Hattenbühl" errichtet worden.

Die Gustav-Werner-Kirche wurde 1955 für den neu entstehenden und rasch wachsenden Westbezirk Feuerbachs erbaut; Gemeindehaus-Kirche und Kindergarten bilden die Mitte des Gemeindebezirks. Damals standen sie am Rand des Wohngebiets neben Wiesen und Gärten, heute sind sie umgeben vom stark gewachsenen Wohngebiet. Der Name "Gustav-Werner-Kirche" wurde als Erinnerung an den Auftrag der Kirche in der Welt gewählt: Hilfe für Kinder, Schwache und Behinderte; Bewährung des Glaubens auch in der von der Industrie geprägten Zeit. Was Gustav Werner (1809 bis 1987) in Reutlingen und anderswo verwirklichte, soll auch die Gustav-Werner-Gemeinde prägen: Die drei Grundaussagen des Leitbildes "Miteinander leben und glauben. Einander ermutigen und stärken. Einander achten und begleiten" erinnern daran ebenso wie das 1974 von Karl Hemmeter geschaffene Altarkreuz aus Bronze. Dieses von Leben erfüllte Kreuz ist eine besondere Sehenswürdigkeit: Eindrucksvoll wird die Verbindung zwischen menschlicher Barmherzigkeit und der von dem auferstandenen Christus ausgehenden Segenskraft aufgezeigt. Ein Schwerpunkt der Gustav-Werner-Kirche liegt in ihrer vielfältigen Arbeit mit Kindern. Die Gustav-Werner-Kirche ist weltweit die einzige nach dem Diakoniepionier benannte Kirche.

 
Kontakte:

Gemeindebüro
Evang. Kirchengemeinde Feuerbach
Wiener Str. 155
70469 Stuttgart
Telefon 0711 / 89 69 13 13
Fax 0711 / 89 69 13 25

Kirchenpflege
Wiener Str. 155
70469 Stuttgart
Telefon 0711 / 89 69 13 0
Fax 0711 / 89 69 13 20

Pfarrer Hartmut Zweigle (Stadtkirche)
geschäftsführender Pfarrer
Kapfenburgstraße 76
70469 Stuttgart
Telefon 0711 / 85 30 63
Fax 0711 / 55 07 33 23

Pfarrerin Gerda Müller (Gustav-Werner-Kirche)
Wildeckstraße 35
70469 Stuttgart
Telefon 0711 / 81 62 62

Pfarrer Harald Küstermann (Lutherkirche)
St. Pöltener Straße 19
70469 Stuttgart
Telefon 0711 / 13 53 08 11
Fax 0711 / 13 53 08 16

Pfarrer Günther Hauser (Föhrichkirche)
Donnersbergstraße 45
70469 Stuttgart
Telefon 0711 / 85 22 16
Fax 0711 / 85 22 16

Gemeindediakonin Martine Bärlin
Wiener Str. 155
70469 Stuttgart
Telefon 0711 / 67 32 02 02

Kantorin Christine Marx
Wiener Straße 155
70469 Stuttgart
Telefon 07231 / 45 54 42

Jugendreferent Rüdiger Englert
Wiener Str. 155
70469 Stuttgart
Telefon 0711 / 85 85 88

Evang. Kinderhaus Hattenbühl
Sauerlandstr. 1
70469 Stuttgart
Telefon 0711 / 88 23 42 16

Evang. Kindergarten an der Gustav-Werner-Kirche
Wildeckstraße 33
70469 Stuttgart
Telefon 0711 / 85 39 51

www.evangelische-kirche-feuerbach.de