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Der Dekanatsbezirk Bad Cannstatt

Etwa 110.000 Menschen wohnen in und um Bad Cannstatt. 36.500 davon sind evangelisch. Wegen der reichen Quellen, der verkehrsgünstige Lage und der Fruchtbarkeit der Tal- und Hanglagen haben Menschen diese Gegend seit Jahrhunderten als eine gute Heimat angesehen. Die alten Verkehrswege von Köln nach Konstantinopel, von Straßburg nach Nürnberg trafen sich an der Neckarfurt.

Neben der Evangelischen Stadtkirche in Bad Cannstatt wird dreimal in der Woche Markt gehalten. Seit mehr als 500 Jahren ist dies an jedem Markttag ein Ereignis für die Sinne, den Gaumen und die Kommunikation. An den Markttagen ist die spätgotische Hallenkirche geöffnet. Als Urkirche stand seit 650 die Martinskirche vor dem Römerkastell auf der Altenburg. Ihre Grundmauern befinden sich auf dem Gelände des heutigen Steigfriedhofes.
 
Blutiges Kapitel der Ortsgeschichte
 
746 wurde von Karlmann, einem Onkel Karls des Großen, ein Blutgericht an der alemannischen Führungsschicht vollzogen: Das "Cannstatter Vesper". Die Alemannenfürsten hatten gegen die fränkische Oberherrschaft einen Aufstand organisiert. Schuld und Schrecken haften an diesem Ereignis und an seinem Ort.
 
Reformation 1534
 
Mit der Reformation 1534 erlebt die Bürgergemeinde und die Christengemeinde einen neuen Aufbruch. Rathaus und Stadtkirche mit ihrem Renaissanceturm von Heinrich Schickhardt sind zusammen Wahrzeichen der Stadt und ihres Umlandes.

Aus vielen Quellen kann man in Cannstatt schöpfen: Sauerwasser, Süßwasser, Obstwasser, Most und Wein. Die elegante Bäderstadt aus dem vergangenen Jahrhundert ist Vergangenheit. Die Wilhelma, einige Stadtpalais und Straßennamen bezeugen die Gunst des Hauses Württemberg und der vermögenden Badegäste aus aller Welt.
 
Cannstatt ist Industrie-Stadtbezirk. Erfindungen und ihre Umsetzung ließen Weltfirmen entstehen. Dafür stehen Namen wie Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach. Herausforderungen und Versagen der Kirchen gegenüber vielen entwurzelten Arbeitssuchenden des 19. Jahrhunderts kennzeichnen diese Zeit. Der Evangelische Verein von Bad Cannstatt (seit 125 Jahren) engagierte sich bei der Lehrlingsarbeit und der Stadtentwicklung.
 
Die wirtschaftliche Blüte ist vorbei. Die Industriebrache (Pragstraße, Neckarvorstadt) erschüttert das Weltbild vom "schaffa und Häusle baua". Längst sind die herbeigerufenen Arbeitskräfte aus aller Herren Länder in der zweiten und dritten Generation. Ehemalige Kasernen wurden zu zivilen Stadtquartieren aufgesiedelt. Die Kirchengemeinden ergreifen diese Chance der Quartiergestaltung. Gemeindeschwund und Gemeindeaufbau finden sich oft in der gleichen Kirchengemeinde.

Das Evangelische Dekanat Cannstatt ist eine sehr alte Einrichtung, noch aus der Zeit des alten Herzogtums Württemberg. Es ist eines von vier Dekanaten innerhalb des Evangelischen Kirchenkreises Stuttgart, der am 1. Januar 2008 aus dem Zusammenschluss der vier bisherigen Stuttgarter Kirchenbezirke hervorging.

Die Vielfalt und der Reichtum des kirchlichen Gemeindelebens werden von vielen ehrenamtlich engagierten Frauen und Männern getragen. Die hauptamtliche Mitarbeiterstruktur: 40 Pfarrerinnen und Pfarrer im Dekanatsbezirk. Über 350 weitere Personen sind beim Kirchenkreis oder in den Kirchengemeinden im Dekanatsbezirk beschäftigt. Dazu kommen 50 Personen in den Diakoniestationen und viele Mitarbeiterinnen in der Nachbarschaftshilfe. 15 Kindergärten, zwei Kinderhäuser, vier Begegnungsstätten, drei Waldheime, das Jugendwerk, ein Evangelisches Jugendhaus, ein Teestüble und das Ludwig-Raiser-Haus.

Unter dem Motto "Umzug in ein kleineres Haus" werden neue Arbeitsstrukturen und Kooperationsformen gebildet. Vernetzungen zwischen Gemeinden spielen eine immer wichtigere Rolle. Kaum jemand leugnet noch, dass die Stuttgarter Gemeinden nur zusammen, diesseits und jenseits des Neckars, Evangelische Kirche in Stuttgart sein können.
 
Kontakt:
Dekan Eckart Schultz-Berg
Wilhelmstraße 8
70372 Stuttgart
Telefon 0711/54 99 73 60
Fax 0711/54 99 73 66
E-Mail
 
Evang. Kirchenpflege Bad Cannstatt
Wilhelmstraße 8
70372 Stuttgart
Telefon 0711/54997330
Fax 0711/54997333


Dekan Eckart Schultz-Berg

Seit Januar 2010 ist Eckart Schultz-Berg Dekan des Dekanatsbezirks Cannstatt im Evangelischen Kirchenkreis Stuttgart. Wichtig sind ihm „eine evangelische Identität, ein weiter ökumenischer Horizont und eine moderne Organisation“. Der Pfarrer und Diplompädagoge studierte in Tübingen, Berlin, Edinburgh, Rom und Chicago Theologie und Erziehungswissenschaften. Nach dem Vikariat in Heilbronn und dem Pfarrvikariat in Stuttgart-Vaihingen wurde er Seelsorger der evangelischen Gemeinde in Abano Terme und Venedig. 1997 kam Schultz-Berg an die Lukaskirche Stuttgart-Ost. Er ist verheiratet mit der Lehrlogopädin und Linguistin Melanie Berg. Das Ehepaar hat drei Kinder im schulpflichtigen Alte
 
Schultz-Berg gehört dem Leitungskollegium des Evangelischen Kirchenkreises Stuttgart an, das aus vier Dekanen und zwei Schuldekanen besteht. Er ist für 20 Kirchengemeinden in und um Bad Cannstatt zuständig, darüber hinaus koordiniert er die Arbeit der Diakoniestationen in Stuttgart, ist Mitglied im Waldheimausschuss des Kirchenkreises und im Christlich-Islamischen Dialogforum der „Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen“ (ACK).

Wann immer es seine Zeit erlaubt, ist der Skifahrer und begeisterte Radfahrer sportlich aktiv. Außerdem interessiert er sich für Landesgeschichte, er gehört dem Landesausschuss des Vereins für Württembergische Kirchengeschichte an.


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