Hospitalhof
Das Hospitalviertel rund um die Hospitalkirche und den Hospitalhof verdankt sich einer mehr als 500-jährigen Geschichte. Graf Ulrich V. (1413 bis 1480) ließ dort ab 1473 Stuttgarts erstes und einziges Kloster bauen, für eine reformerische Richtung der Dominikaner. Nach der 1534 von Herzog Ulrich in Stuttgart eingeführten Reformation wurde das Kloster 1536 aufgehoben. Die Kirche wurde evangelisch. In den säkularisierten Klostergebäuden brachte die Stadt ein Hospital unter, daher der Name Hospitalkirche und Hospitalhof. 1894 übernahm die Stadtpolizei die Häuser. 1944 versanken Kloster und nahezu alle umliegenden Gebäude in Schutt und Asche. Doch das Hospitalviertel erstand neu. Der Chor der Kirche wurde ebenfalls wieder aufgebaut, doch die Südwand des Langhauses blieb als Ruine, Denk- und Mahnmal stehen. Auf dem Geviert der Grundmauern des Klosters entstand ein modernes evangelisches Verwaltungs- und Begegnungszentrum. Dort wurde 1980 das Bildungszentrum Hospitalhof ins Leben gerufen.Ambitionierte Gesprächskultur
Der Hospitalhof steht seitdem für eine ambitionierte und offene Gesprächskultur. Alle wichtigen gesellschaftlichen, politischen, wissenschaftlichen, kulturellen, spirituellen und nicht zuletzt protestantischen Themen werden verhandelt. Der Hospitalhof lädt zur "geistlichen Vergewisserung und Übernahme von Weltverantwortung" ein (Hospitalhofpfarrer Helmut A. Müller). Bis zu 50.000 Menschen besuchen die rund 500 Vorträge, Seminare, Kunstausstellungen, Konzerte und seelsorgerlichen Gesprächsgruppen jedes Jahr.
Als kirchliches Bildungszentrum steht der Hospitalhof in Deutschland, wenn nicht gar europaweit, einzigartig da. Inzwischen jedoch sieht sich der Hospitalhof vor eine vergleichbare Aufgabe gestellt, wie bei der Klostergründung vor mehr als 500 Jahren. Es geht um Innovation.
Seit einiger Zeit schon werden der bauliche Zustand, der räumliche Zuschnitt, die ästhetische Gestaltung und die technische Ausstattung als unzureichend empfunden. Im Normalbetrieb und bei großen Vorträgen, Kongressen, dem Hospitalhof Open und Tagungen der württembergischen Landessynode zeigen sich die Grenzen überdeutlich. Der Garten, ein Kleinod in Stuttgarts City, braucht eine deutliche Aufwertung. Die Kirche ist sanierungsbedürftig und zudem unzureichend in den Gesamtkomplex eingebunden.
Citykloster
Renovierung und Umbau des Hospitalhofs sind die eine Seite. Andererseits steht eine grundsätzliche Neuausrichtung an, etwa in der Profilierung des schon seit einiger Zeit gepflegten spirituellen Angebots. Der Hospitalhof könnte einen Arbeitszweig entwickeln, der den Charakter eines offenen "Cityklosters" enthält. Er wäre ein Ort, an dem intensiver als seither "Bildung als den Leib, den Geist, die Seele betreffendes Geschehen erfahrbar wird: durch Kunst, durch Musik, im Gottesdienst, in der Meditation" (Pfarrer Eberhard Schwarz).
Die beschriebene Weiterentwicklung des Hospitalhofs wird viel Geld kosten. Die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Stuttgart als Trägerin des Hospitalhofs und die Evangelische Landeskirche in Württemberg sind bereit, sehr viel Geld zu investieren. Allerdings sind die finanziellen Erfordernisse größer als die verfügbaren Mittel.
Stiftung Hospitalhof
Deshalb wurde im Jahr 2001 die Stiftung Hospitalhof gegründet. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, innerhalb von zehn Jahren mindestens zwei Millionen Euro zu sammeln. Die Vorzüge dieser Stiftung sind: sie ist dauerhaft, sie ist sicher, sie ist zweckgebunden. Die Stiftung Hospitalhof verschafft dem Hospitalhof für unbegrenzte Zeit finanzielle Sicherheit. Denn das Stiftungskapital steht auf Dauer zur Verfügung, verwendet werden dürfen allein die Zinsen.
Die Stiftung Hospitalhof hat einen eindeutigen Zweck, nämlich sie "fördert die Bildungs-, Kunst-, Kultur- und Musikarbeit des Bildungszentrums Hospitalhof/Evangelisches Bildungswerk und die Erhaltung und bauliche Weiterentwicklung des Zentrums Hospitalhof Stuttgart" (Satzung). Dadurch bekommt der Hospitalhof weit über die anstehende Renovierung hinaus finanzielle Mittel, sich den Herausforderungen der Zukunft zu stellen.
Sie sind eingeladen und gebeten, die Stiftung Hospitalhof zu begleiten, zu unterstützen und an ihr teil zu haben. Mit einem Startkapital von 500.000 Mark (255.645 Euro) hat die noch junge Stiftung Hospitalhof vergleichsweise bescheiden begonnen. Doch mit Ihrer Hilfe kann daraus Großes werden und bleiben. Zur Zeit verfügt die Stiftung dank zahlreicher Zuwendungen über ein Kapital von rund 1,3 Millionen Euro.
So unterstützen Sie den Hospitalhof: Spenden Sie an: Stiftung Hospitalhof, Konto 210 56 04, Landesbank Baden-Württemberg (BLZ 600 501 01). Besonders freuen wir uns, wenn Ihre Spende so ausfällt, dass Sie sich dabei an unserem Projekt "100 mal 1.000 plus 1.000 mal 100" beteiligen. Wir suchen nämlich jedes Jahr 100 Menschen, die 1.000 Euro spenden, sowie 1.000 Menschen, die 100 Euro spenden.
Die Stiftung strebt an ihr Kapital so zu erhöhen, dass die Arbeit des Hospitalhofs einmal ganz durch die Stiftung getragen werden kann. Wenn Sie dazu beitragen wollen, dass das Stiftungskapital wächst, können Sie am einfachsten auf dem Wege der Zustiftungen helfen. Zustiftungen fließen nämlich, im Unterschied zu Spenden, in das Stiftungskapital ein. Hierzu überträgt ein Zustifter/eine Zustifterin einen Teil des Privatvermögens an die Stiftung. Damit der Wille einer Zustiftung deutlich wird, sollte die Überweisung ausdrücklich als Zustiftung benannt werden.
Spenden und Zustiftungen an die Stiftung Hospitalhof sind nicht zuletzt steuerlich interessant. Über den Anteil von bis zu 20 Prozent des Einkommens oder bis zu vier Promille von Umsatz und Löhnen hinaus, die Sie als Spende steuerlich vorteilhaft geltend machen können, ist es möglich, dass Sie bis zu einer Million Euro (gegebenenfalls auf zehn Jahre verteilt) der Stiftung Hospitalhof spenden oder zustiften, und Sie können dies in vollem Umfang als Sonderausgabe zusätzlich steuerlich absetzen. Selbstverständlich erhalten Sie eine Zuwendungsbestätigung, damit Sie die Spende oder Zustiftung steuerlich vorteilhaft wirksam machen können.


