Stuttgarter Hymnus-Chorknaben

Sie gehören zu den besten ihrer Art in Deutschland, und es gibt sie seit mehr als 100 Jahren: die Stuttgarter Hymnus-Chorknaben. Die "musikalischen Botschafter Stuttgarts" (OB Dr. Wolfgang Schuster) "vereinen in vollendeter Harmonie Musikbegeisterung und musikalische Begabung" (Ministerpräsident Erwin Teufel), heißt es in der Jubiläumsfestschrift aus dem Jahr 2000.

Mit breiten, weißen Kragen über schwarzen Talaren sind sie optisch unverwechselbar und ihre Konzerte fester Bestandteil des Musiklebens in Stuttgart und weit darüber hinaus. Konzertreisen führten in nahezu alle Länder Europas. Im Repertoire findet sich neben großen Oratorien von Bach und Händel auch zeitgenössische Literatur, etwa von Honnegger und Britten. Der Hymnus zählt derzeit 160 Knaben und Männer und tritt im Jahr bis zu 50 Mal auf. Getragen wird der Chor von der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Stuttgart.

Gegründet wurde der Chor auf Anregung des Unternehmers Paul Lechler. Im Oktober 1900 erschien in der Stuttgarter Presse ein Aufruf, dass man "hervorragend stimmbegabte Knaben" sammeln wolle, damit diese "ihre Kunst in den Dienst der christlichen Gemeinde und Familie stellen". Einen Monat später hatte der erste Chorleiter Gotthold Kimmerle 25 Knaben um sich geschart. Im Februar des darauffolgenden Jahres sangen sie schon dem württembergischen König ein "Lobe den Herren" zum Geburtstag. Auftritte in Gottesdiensten und bei Familienfesten folgten. Doch 1922 mussten die Hymnusianer ihre Arbeit einstellen. Wegen der allgemeinen Teuerung waren Einnahmen und Spenden so weit zurückgegangen, dass sinnvolles Arbeiten unmöglich wurde.

Überraschend verzeichnete das Jahr 1931 die Neugründung einer "Stuttgarter Knabenkurrende Hymnus". Hermann Ertle übernahm die Leitung des sodann dem Evangelischen Jugendverein angeschlossen Chors. Erstmals war er im Radio zu hören. Obwohl bald darauf zu einem Jungvolk-Fähnlein "gleichgeschaltet" konnte er weitersingen. 1939 aber verschlang der Krieg die Knabenkurrende.

Rainer Homburg, Hymnus-Chorleiter seit 2010 / Foto: privat

Dritter Anlauf: 1946 übernahm der 28jährige Pianist und Kapellmeister Gerhard Wilhelm die Chorleitung. Erster Auftritt von 16 dürren, bleichgesichtigen Knaben bei einer Hochzeit am 6. August in der Stuttgarter Waldkirche. Ein Anfang aus dem Nichts. Keine Noten, kein Orchestermaterial, nur Behelfs-Übungsräume. Doch der mit dem "absoluten Gehör" ausgestattete Wilhelm begann auch die dem Knabenalter entwachsenen Männer einzubinden und bildete die Hymnusianer zu einem Spitzenchor aus. Es folgten die "goldenen" fünfziger und sechziger Jahre. Der Chor wurde mit dem Prädikat "hervorragendster deutscher Jugendchor" ausgezeichnet. Wilhelm leitete den Chor 41 Jahre lang.

Eine neue Epoche begann, als 1970 das Chorheim in der Birkenwaldstraße 98, ein Günter Behnisch-Bau, bezogen wurde. Mehr denn je identifizierte sich die Evangelische Gesamtkirchengemeinde mit "ihrem Hymnus". Nach Eckhard Weyand (1987 bis 1992) und Hanns-Friedrich Kunz (1992 bis 2010) übernahm im Frühjahr 2010 Rainer Homburg den Taktstock.


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Stuttgarter Hymnus-Chorknaben
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