Evangelischer Sozialer Krankenhausdienst

Er ist deutschlandweit einmalig und besteht seit 1949: der Evangelische Soziale Krankenhausdienst Stuttgart. Sozialpädagogen und Sozialarbeiter beraten Patienten, die aufgrund des Krankenhausaufenthalts persönliche oder familiäre Probleme haben, berufliche Veränderungen befürchten, pflegerische, rechtliche oder finanzielle Hilfen benötigen. "Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht der durch Krankheit oder Behinderung betroffene Mensch", so die Leiterin des Dienstes Karin Drost. Häufig werden Fragen gestellt wie "Was bedeutet meine Krankheit für meine Angehörigen?" oder "Wie geht es nach meiner Entlassung weiter?". Der Dienst ist tätig im Bethesda-Krankenhaus, Diakonie-Klinikum, in der Orthopädie der Paulinenhilfe und im Robert-Bosch-Krankenhaus.

Begonnen hat die Krankenhaus-Sozialarbeit 1895 in Amerika und in England. 1913 wurde die erste Krankenhausfürsorgerin in Berlin angestellt, 1935 in Stuttgart. Bundesweit einmalig blieb das in Stuttgart 1949 begonnene, kirchliche Engagement. Das Landeswohlfahrtspfarramt betraute Margot Klemm mit der Fürsorge. In ihrem ersten Jahr begleitete sie 800 Patienten.

Der Dienst wurde von Anfang an verstanden als Ergänzung zum Klinikpersonal und zur pastoralen Seelsorge. Denn als Ursache vieler Krankheiten wurden "die sozialen Schäden unserer Zeit" erkannt, vor allem Fluchtfolgen wie schlechte Wohnungen, Unterversorgung und Existenznöte. Schon in den 50er Jahren wurde der Dienst als Hilfe verstanden, um die Verweildauer im Krankenhaus und damit die Kosten zu verkürzen. Ende der 60er Jahre wurde der Begriff "Fürsorge" ersetzt durch "Sozialdienst". 1976 wurde im Landeskrankenhausgesetz von Baden-Württemberg verankert, dass in jeder Klinik ein Sozialdienst betrieben werde müsse. Dadurch ergab sich folgende Finanzierung: drei Viertel der Kosten des Evangelischen Sozialen Krankenhausdienstes trägt das Krankenhaus, den Rest teilen sich Gesamtkirchengemeinde Stuttgart und die württembergische Landeskirche.

Die Zahl der betreuten Menschen hat stetig zugenommen. 1965: 1.900 Patienten, 1975: 3.000, 1995: 4.500 und derzeit bis zu 6.000 Menschen jährlich nehmen den Krankenhausdienst in Anspruch nahmen. In den 90er Jahren wuchs der Beratungsbedarf enorm durch die Pflegeversicherung und das Gesundheitsreformgesetz. "Rehabilitation vor Pflege" ist das aktuelle Motto. Demzufolge werden nun 50 Prozent der Betreuten in eine Rehamaßnahme vermittelt.


Evangelischer Sozialen Krankenhausdienst
Karin Drost
Augustenstraße 39B
70178 Stuttgart
Telefon 0711/61 55 21 40
Fax 0711/61 55 21 46

Auf ein Wort


Service


Linktipps



Evangelische Landeskirche Baden Württemberg