Trotz Mitgliederrückgang: beeindruckendes Engagement, viele Arbeitsfelder

In Stuttgart gibt es 66 evangelische Kirchengemeinden – kleine 500-Seelengemeinden sind darunter, aber auch Gemeinden mit bis zu 8.000 Mitgliedern.
 
Die Mitgliederzahlen gehen kontinuierlich zurück. 1990 gab es noch 228.000, derzeit sind es rund 152.000 Evangelische in Stuttgart (Dezember 2015). 1975 war noch etwa die Hälfte aller Stuttgarter evangelisch, 2016 sind es noch 26 Prozent. Nur ein Teil des Rückgangs ist durch Kirchenaustritte verursacht. Stärker fallen Sterbefälle ins Gewicht (mehr Beerdigungen als Taufen – ein Blick in die Kindergärten zeigt, warum: viele Kinder in Stuttgart haben Migrationshintergrund, nur wenige Migranten sind evangelisch), außerdem gibt es mehr Weg- als Zuzüge von Evangelischen.

 

Trotz dieses Rückganges ist die Evangelische Kirche in Stuttgart entschlossen, ihr großes und vielfältiges Engagement zum Wohl der Menschen in der Stadt mit allen zur Verfügung stehenden Kräften aufrecht zu erhalten. Davon berichten die folgenden Zahlen:
 
Evangelische Kirche in Stuttgart in Zahlen
 
152.000 Mitglieder (Ende 2015)
10.000 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
2.200 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter
160 Pfarrer/innen,
500 Erzieherinnen in 121 Kindertageseinrichtungen für 5.500 Kinder,
Über 500 Schwestern und Pfleger in den Diakoniestationen betreuen rund 5.000 Menschen
40.000 Besucher jährlich im zentralen Bildungswerk Hospitalhof
40.000 Besucher jährlich bei weiteren Veranstaltungen der Erwachsenenbildung
120 Chöre und Orchester
18 Ferienwaldheime für jährlich 7.000 Kinder
3 Schulen (Johannes-Brenz-Grundschule, Evangelische Heidehof-Gymnasium, Evangelisches Mörike-Gymnasium) mit 1.800 Schüler/innen
 
Finanzen: Bis 1995 wurden die Einnahmen aus der Kirchensteuer den Gemeinden nach dem Prinzip der "Bedarfszuweisung" zugeteilt. Das heißt: Jede Gemeinde bekam, was sie plausiblerweise brauchte. Das funktionierte solang gut, wie die Steuereinnahmen stiegen oder mindestens stabil blieben. Seit 1996 aber, mit Rückgang der Steuereinnahmen, werden die Mittel entsprechend den Mitgliederzahlen der Kirchenbezirke ausgeschüttet. Auf Grund des Mitgliederverlusts erhält Stuttgart Jahr um Jahr von der Landeskirche einen sinkenden Anteil des Kirchensteueraufkommens. Spenden, Sponsoring und Stiftungen gewinnen an Bedeutung.

 

Siehe auch: Herausforderungen der Großstadt.