Trotz Mitgliederrückgang: beeindruckendes Engagement, viele Arbeitsfelder
In Stuttgart gibt es 72 evangelische Kirchengemeinden – kleine 500-Seelengemeinden sind darunter, aber auch Gemeinden mit bis zu 8.000 Mitgliedern.
Die Mitgliederzahlen gehen kontinuierlich zurück, wobei sich der Rückgang in den letzten Jahren (Stand: 2008) verlangsamt hat. 1990 gab es noch 228.000, derzeit sind es rund 166.000 Evangelische in Stuttgart. 1975 war noch etwa die Hälfte aller Stuttgarter evangelisch, aktuell sind es noch 31 Prozent. Nur ein Teil des Rückgangs ist durch Kirchenaustritte verursacht. Stärker fallen Sterbefälle ins Gewicht (mehr Beerdigungen als Taufen – ein Blick in die Kindergärten zeigt, warum: viele Kinder in Stuttgart haben Migrationshintergrund, nur wenige Migranten sind evangelisch), außerdem gibt es mehr Weg- als Zuzüge von Evangelischen.
Trotz dieses Rückganges ist die Evangelische Kirche in Stuttgart entschlossen, ihr großes und vielfältiges Engagement zum Wohl der Menschen in der Stadt mit allen zur Verfügung stehenden Kräften aufrecht zu erhalten. Davon berichten die folgenden Zahlen:
Evangelische Kirche in Stuttgart in Zahlen
166.000 Mitglieder (Ende 2008)
10.000 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
2.000 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter
180 Pfarrer/innen,
500 Erzieherinnen in 137 Kindertageseinrichtungen für 4.400 Kinder,
455 Schwestern und Pfleger in 18 Diakoniestationen betreuen 3.000 Menschen
60.000 Besucher jährlich im zentralen Bildungswerk Hospitalhof
60.000 Besucher jährlich bei weiteren Veranstaltungen der Erwachsenenbildung
120 Chöre und Orchester
18 Ferienwaldheime für jährlich 6.000 Kinder
3 Schulen (Johannes-Brenz-Grundschule, Evangelische Heidehof-Gymnasium, Evangelisches Mörike-Gymnasium) mit 1.800 Schüler/innen
Finanzen: Bis 1995 wurden die Einnahmen aus der Kirchensteuer den Gemeinden nach dem Prinzip der "Bedarfszuweisung" zugeteilt. Das heißt: Jede Gemeinde bekam, was sie plausiblerweise brauchte. Das funktionierte solang gut, wie die Steuereinnahmen stiegen oder mindestens stabil blieben. Seit 1996 aber, mit Rückgang der Steuereinnahmen, werden die Mittel entsprechend den Mitgliederzahlen der Kirchenbezirke ausgeschüttet. Auf Grund des Mitgliederverlusts erhält Stuttgart Jahr um Jahr von der Landeskirche einen sinkenden Anteil des Kirchensteueraufkommens. Spenden, Sponsoring und Stiftungen gewinnen an Bedeutung.
Siehe auch:
Herausforderungen der Großstadt.


