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10.09.2015

Ferienwaldheime öffnen sich für Flüchtlingskinder

Zu Ferienbeginn sind die Stuttgarter Ferienwaldheime gestartet. Immer öfter genießen auch Flüchtlingskinder in den Waldheimen unbeschwerte Tage mit gleichaltrigen.

Waldheimleiter Jürgen Möck [Foto: Schweizer]

Zwischen Mittagessen und Mittagsruhe steppt kurzzeitig der Bär im Degerlocher Waldheim. Beim Wunschliedersingen brüllen 400 Kinder gemeinsam den Geburtstagsklassiker „Wie schön, dass du geboren bist“. Es ist der zweite Waldheimtag 2015. Waldheimleiter Jürgen Möck ist bislang sehr zufrieden. Die Vorbereitungen sind gut gelaufen, die Stimmung ist gut.

In knapp drei Wochen, wenn die zweite Waldheimfreizeit in Degerloch startet, werden 15 Flüchtlingskinder aus der Plieninger Flüchtlingsunterkunft dabei sein, mitspielen, mitsingen. „Die Kinder und ihre Familien werden dann eine ganz neue Seite von Deutschland erleben, eine gute“, sagt Jürgen Möck. In vielen Kulturen seien solche großen Betreuungsangebote wie die Waldheime unbekannt.

Größere Probleme erwartet Möck nicht. Denn die Stuttgarter Waldheime sind wohnortnah, viele Kinder kennen sich bereits aus der Schule. Die Flüchtlingskinder aus der Nachbarschaft gehören zum Alltag dazu.

Im Vorfeld der Waldheimfreizeit hat Jürgen Möck Kontakt mit den Sozialarbeitern der Plieninger Flüchtlingsunterkunft aufgenommen. Die ist im Oktober 2014 eröffnet worden. Möck hat ihnen vom Angebot des Ferienwaldheims erzählt und dass die Teilnahme eine große Chance für die Kinder aus der Unterkunft sei. Die Sozialarbeiter haben dann den Kontakt zu den Familien hergestellt. Sie sorgen auch dafür, dass am ersten Waldheimtag Ehrenamtliche vom Freundeskreis die Kinder bei der Busfahrt ins Waldheim begleiten.

Tipp: Die Radioagentur des Evangelischen Medienhauses hat einen Bericht über das Degerlocher Waldheim und seine Flüchtlingskinder gemacht: http://www.elk-wue.de/nc/arbeitsfelder/meldungen-arbeitsfelder/detail/news/fluechtlingskinder-im-waldheim-66109/?tx_ttnews[backPid]=68176

Degerloch ist kein Einzelfall. Uli Seeger von der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Ferien- und Waldheime in Württemberg berichtet, dass etliche Stuttgarter Waldheime Kontakt mit den Sozialarbeitern der Flüchtlingsunterkünfte aufgenommen haben. In den meisten Waldheimen werden Flüchtlingskinder teilnehmen, einen genauen Überblick hat er aber nicht. Da die Flüchtlingsfamilien aufgrund ihrer Situation die Anmeldefristen nicht einhalten konnten, wird manches spontan organisiert.

Stichwort Waldheim: Die Stadtranderholung im Grünen ist eine Stuttgarter Spezialität. Insgesamt besuchen im Sommer 2015 rund 6.200 Kinder die evangelischen Waldheime. Meist jugendliche pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bieten ihnen spannende Gruppenprogramme. Ermöglicht wird dies durch den Einsatz von rund 1.300 Ehrenamtlichen in der pädagogischen Betreuung und durch rund 400 Helferinnen und Helfern in den Waldheimküchen.


Autor/Autorin: Christoph Schweizer

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