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05.02.2016

Cannstatter Fastengruppe probt das Leben mit Hartz IV

Die Teilnehmer einer neuen „Fastengruppe“ in Bad Cannstatt werden sieben Wochen lang am eigenen Leib erfahren, wie es ist, mit dem Budget von Hartz-IV-Empfängern zu leben. Beginn ist am 11. Februar, 19:30 Uhr in der Kapelle der Lutherkirche Bad Cannstatt. Anmeldung ist nicht erforderlich.

Am Beginn der Reise in die Welt armer Menschen steht das gemeinsame Ausfüllen eines Hartz-IV-Antrages. Der Cannstatter Sozialdiakon Peter Hülle ist beim Ausfüllen des bis zu 28 Seiten dicken Formulars behilflich. Anschließend errechnet Hülle allen Teilnehmern ihr persönliches Hartz-IV-Wochenbudget.
Weitere Programmpunkte des siebenwöchigen Kurses sind unter anderem „Straßenexerzitien“. Die Teilnehmer erkunden ihr Stadtquartier, insbesondere die Orte, an denen sich arme Menschen treffen. „Der öffentliche Raum ist inzwischen oft so gestaltet, dass Menschen ohne Geld an den Rand gedrängt werden“, weiß Pfarrer Christian Kögler. Er hat den Kurs gemeinsam mit Peter Hülle von der Kreisdiakoniestelle Bad Cannstatt initiiert. Auch ein Besuch im Tafelladen ist geplant.
Vor allem geht es aber darum, dass die Teilnehmer ihre Erfahrungen austauschen und ein neues Verständnis für die Lebensumstände armer Menschen entwickeln. „Vielleicht erwächst aus dieser neuen Sicht ja auch zivilgesellschaftliches Engagement“, sagt Christian Kögler. Mehr Kirchengemeinden könnten beispielsweise ihre Räume für Arme öffnen, handwerklich begabte einen Reperaturservice für Haushaltsgeräte anbieten.
Warum bietet die Kirche so eine Gruppe an? Pfarrer Kögler muss nicht lange überlegen: „Wenn in der Bibel steht: „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat, dann heißt das natürlich auch, dass arme Menschen sich in unseren Gemeinden willkommen fühlen sollen.“ Bislang gebe es dagegen in vielen Gemeinden eine „Milieuschranke“ zwischen Mittelschicht und Armen.

Die Gruppe startet am 11. Februar, 19:30 Uhr in der Kapelle der Lutherkirche Bad Cannstatt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Informationen hat Diakon Peter Hülle von der Kreisdiakoniestelle, Telefon 0711 54 99 73-73.


Autor/Autorin: Christoph Schweizer

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